Namensgeber Johannes Hatzfeld im Portrait
Inspiration für die Paderborner Dommusik
Das „Haus der Dommusik“ in Paderborn trägt den Namen des Theologen, Musikers und Schriftstellers Johannes Hatzfeld. Zukünftig zieht ein Portrait-Gemälde des Priesters Johannes Hatzfeld in das Gebäude ein und ist Inspiration für die Paderborner Dommusik mit ihren zahlreichen Sängerinnen und Sängern der insgesamt drei Chöre am Paderborner Dom. Dompropst Monsignore Joachim Göbel nahm das Ölgemälde mit der Darstellung von Johannes Hatzfeld am 8. Juni 2026 aus den Händen von Dr. phil. Dr. h. c. en musique Gabriel Maria Steinschulte und Ehefrau Reinhild Steinschulte aus Mechernich-Satzvey entgegen. Zunächst als Leihgabe wird das Gemälde einen gebührenden Platz im Johannes-Hatzfeld-Haus einnehmen – „und wenn es sich hier wohlfühlt und gerne vom Publikum angenommen ist, wird einer Schenkung an das Paderborner Metropolitankapitel nichts im Wege stehen“, erklärte Leihgeber Dr. Steinschulte.
Durch den Fokus von Johannes Hatzfeld auf die Chor-Musik und damit das gemeinsame Musizieren und Singen von Menschen habe er einen zukunftsweisenden Weg beschritten, „Gottes Werk und Wirken“ musikalisch zu verkünden, die Liturgie der Kirche eindrucksvoll und wirkmächtig zu bereichern. „Durch das Portrait von Johannes Hatzfeld haben wir jetzt immer ein konkretes Gesicht vor Augen“, betonte Dompropst Monsignore Joachim Göbel.
Leihgeber Dr. Gabriel Steinschulte
wirkte viele Jahre in Rom beim Osservatore Romano und am Päpstlichen Institut für Sakralmusik, hatte dort einen Lehrstuhl für Musikwissenschaft. Dr. Steinschulte ist Experte für Gregorianik, war bis 2024 Dirigent der Schola Cantorum Coloniensis. Ein Vorfahre von Dr. Steinschulte war mit Johannes Hatzfeld befreundet, so dass sich ein Gemälde des Theologen, Musikers und Schriftstellers im Familienbesitz findet: Dr. Steinschulte kam in den Besitz des Ölgemäldes als Neffe und Erbe von Prälat Professor Dr. Overath, der Generalpräses des damaligen Allgemeinen Cäcilien-Verbandes für die Länder der Deutschen Sprache war. Prälat Professor Dr. Overath hielt die Predigt im Requiem für seinen Freund Johannes Hatzfeld.
Über Johannes Hatzfeld
Der Theologe und Priester, Musiker und Schriftsteller Johannes Hatzfeld ist der Namensgeber für das Haus der Dommusik in Paderborn. Monsignore Dr. theol. h. c. Johannes Hatzfeld wurde am 14. April 1882 in Benolpe im Sauerland geboren, verstarb am 5. Juli 1953 in Paderborn. Er studierte Theologie, Kunstgeschichte und Musik in Paderborn und München. 1906 empfing er im Paderborner Dom das Sakrament der Priesterweihe. Als Vikar wirke er in Klein Oschersleben, Friedrichroda und Sandebeck im Kreis Höxter. In Magdeburg studierte Johannes Hatzfeld Musiktheorie. 1914 wurde er nach Paderborn versetzt, wirkte als Religionslehrer an der Höheren Mädchenschule, in den 1930er Jahren war der Schriftleiter der Paderborner Bistumszeitung Leo. Die Universität München verlieh Johannes Hatzfeld 1931 die Ehrendoktorwürde, 1950 wurde er zum Päpstlichen Geheimkämmerer, 1952 zum Ehrenbürger der Stadt Paderborn ernannt.
Johannes Hatzfeld gab die Musikreihen „Musik im Haus“ und „Musica orans“ heraus, veröffentlichte zudem Volksliedsammlungen wie das Liederbuch „Tandaradei“ und brachte Volksliedsätze für alle Chorgattungen heraus. Johannes Hatzfeld gilt als Erneuerer der katholischen Kirchenmusik, war 1927 Gründungsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Erneuerung der katholischen Kirchenmusik. Er verfasste eigene kirchenmusikalische Chorkompositionen, beispielsweise Gesänge für die Hauptfeste des Kirchenjahres. Neben vielen eigenen Kompositionen publizierte Johannes Hatzfeld geistliche und weltliche Chormusiksammlungen für Frauen-, Männer- und Gemischten Chor.

